
Nach längerer Krankheit ist der Ferrari-Designer Sergio Pininfarina in dieser Woche im Alter von 85 Jahren gestorben. Nach Ferdinand Alexander Porsche der zweite bedeutsame Automobil-Designer, der 2012 verschied. Sergio Pininfarina, der seinen Familiennamen 1962 von Farina in Pininfarina ändern ließ, war „ein Ausnahmetalent, dessen Name unauslöschlich mit der Geschichte und dem Erfolg unseres Unternehmens verbunden ist“, würdigt Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo den Designer. Erst 2008 war Andrea Pininfarina, Sergio Pininfarinas Sohn, bei einem Unfall ums Leben gekommen.
Sergio Paninfarina, am 8. September 1926 in Turin geboren, schloss 1950 sein Maschinenbaustudium ab und trat in die Designwerkstätte seines Vaters Battista „Pinin“ Farina ein. Als dieser 1966 starb, hatte Paninfarina Junior bereits an zahlreichen Entwürfen mitgearbeitet und spektakuläre Sportwagen wie etwa den Ferrari-Rennwagen 375 MM – eine Legende unter den Automobilen – entwickelt. Den Anfang machte jedoch kein Ferrari – es war der Alfa Romeo Duetto Spider, bekannt durch den Film „Die Reifeprüfung“, in dem Dustin Hoffman als Ben hinter dem Steuer sitzt. 1968 schuf Pininfarina den Ferrari 365 GTB/4, genannt Daytona, den Sunny Crocket in der US-Serie „Miami Vice“ fuhr, ehe der weiße Testarossa (1984) den Daytona in der Serie ablöste. Zwei wahre Pininfarina-Klassiker – nicht nur durch den Serienhit! Ebenfalls durchs Fernsehen bekannt: Thomas Magnums Ferrari308, sportlich wie Magnum selbst. Pininfarinas Meisterwerk ist jedoch der Ferrari246 „Dino“.
Paninfarina erschuf Sportwagen mit Formen, bei denen man auch heute noch mit der Zunge schnalzen möchte. Daneben war er aber auch Unternehmer, und ein guter dazu: In der stetig gewachsenen Werkstatt arbeiteten und lernten die besten Designtalente des Landes. Der Ferrari-Designer sorgte dabei nicht nur selbst für unvergleichliche Formen, sondern ließ auch andere zum Zug kommen. Gleichzeitig saß er zwischen 1969 und 2011 im Aufsichtsrat von Ferrari. Während dieser Zeit kreierte er weitere, aufsehenerregende Sportgeschosse: 1987 den Ferrari F40, 1995 den F50 und 2002 den Ferrari Enzo, ehe er sich 2006 dann endgültig aus der Unternehmensführung zurückzog. Der Titel eines Ehrenpräsidenten ist ihm darüber hinaus geblieben.
Immer wieder half er auch anderen Automobilherstellern zu modernen Formen, wie z. B. Peugeot, Fiat, Lancia oder Bentley. Wenn er nicht Autos schuf, war Pininfarina in der Politik tätig – dies brachte ihm 2005 den Titel „Senator auf Lebenszeit“ ein, den er wegen seiner Verdienste in der italienischen Wirtschaft vom damaligen italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi verliehen bekam. Von 1979 bis 1988 gehörte Sergio Pininfarina dem europäischen Parlament an.
Nicht nur Ferrari und Italien trauern dieser Tage nun um den Mann, für den die Erschaffung eines Sportwagens Kunst war – Paninfarina wird ewig in den Köpfen von Automobilfreunden bleiben und auf der Straße weiterleben.
Traurig…R.I.P. Pininfarina! Hoffentlich werden die Ferrari-Autos jetzt nicht schlechter vom Design her…