
Reisen kann auch ökologisch sein und aufgrund der global gesteigerten Mobilität ist die Ökobilanz der einzelnen Verkehrsmittel heutzutage wichtiger denn je. Immer mehr Menschen achten bei der Wahl des Verkehrsmittels für ihre Reise auf dessen Umweltverträglichkeit.
Nachdem Flugreisen zwar in den letzten Jahren günstiger geworden sind, überlegen es sich viele Urlauber trotzdem, ob sie in ein Kerosin-vernichtendes Ungetüm steigen oder ihren Zielort lieber auf umweltschonendere Art erreichen. Das Flugzeug nimmt immer noch weit abgeschlagen den letzten Platz im Öko-Ranking ein. Daher verwundert auch die Steuerbefreiung für Kerosin im Hinblick auf die extrem hohe Mineralölsteuer für PKW-Kraftstoff.
Reisen in der Gruppe ist meistens ökologischer als Individualfortbewegung. Daher bieten sich Massenverkehrsmittel grundsätzlich für die „grüne“ Reise an. Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht jährlich Zahlen zum Schadstoffausstoß der verschiedenen Verkehrsmittel. Es werden sowohl Kohlendioxid-Emissionen, sowie auch Methan und Lachgas-Ausstoß ermittelt und festgehalten. Die Statistik berücksichtigt jedoch nicht den Flächenverbrauch für Verkehrswege, Lärmbelastungen und indirekte Verunreinigungen, wie beispielsweise Atommüll für die Energieversorgung von Elektrofahrzeugen und Zügen.
Der Reisebus erzielt die beste Energiebilanz
Platz Eins in der Öko-Statistik nimmt auch in diesem Jahr wieder der Reisebus ein. Der Grund hierfür ist vor allem dessen gute Auslastung, einer der wichtigsten Faktoren in der Energiebilanz der einzelnen Fortbewegungsmittel. Durchschnittlich sind 60 Prozent der Sitzplätze in derartigen Bussen besetzt und so werden pro Person und Kilometer 30 Gramm Co2 freigesetzt. Auch die Reiseunternehmen freuen sich über die hohe Rentabilität und der Kunde hat ein gutes Gewissen hinsichtlich des Umweltschutz.
Die Bahn hat noch immer mit der Auslastung zu kämpfen und würde mit ähnlichen Passagierzahlen wesentlich besser in der Ökobilanz stehen. Die Fortbewegung auf der Schiene wirkt auf den ersten Blick ausserordentlich sauber, hat jedoch auch ihre Tücken. Im Fernverkehr sind die Züge zu 48 Prozent besetzt, im Nahverkehr liegt die Auslastung sogar nur bei 26 Prozent. Zudem stammt der Strom, mit dem die Triebwagen betrieben werden zu 22 Prozent aus Atomkraftwerken und dieses führt zu Zusatzbelastungen für die Umwelt.
Das Auto holt auf
Ein Auto ist durchschnittlich mit 1,5 Personen besetzt. Wären drei Insassen an Bord würde die Schadstoffbelastung auf einer Stufe mit dem Wert eines Nahverkehrszuges stehen. Obwohl das Auto lange als Umweltsünder verschrien war, holt es nun in den letzten Jahren dank moderner Technik immer weiter auf und gleicht sich ökologisch der Konkurrenz an. Durch die neuen Schadstoffrichtlinien der EU wird nach und nach der Emissionsausstoß verringert, aber die enorme Lebensdauer eines Automobils macht diesen Prozess langwierig.
Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) verlangt weiterhin strengere Schadstoff-Richtlinien vom Gesetzgeber und fordert den Einzelnen auf, klug mit seiner Mobilität umzugehen. Es gilt zu prüfen, ob jede Art der Fortbewegung und jeder Anlass für Mobilität auch ökologisch gerechtfertigt werden kann. Eine Mobilität ohne erhöhtes Verkehrsaufkommen ist nach Sicht des VCD der richtige Weg in die Zukunft. Vor allem die beliebten Städtetrips per Flieger sind trotz vollbesetzter Flugzeuge in ökologischer Hinsicht nicht zu verantworten.
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