Debatte zu Motorsound: Wie klingt grüne Mobilität?

Bild: © panthermedia.net / Andy Nowack - Automotoren erzeugen Lärm - Was für Geräusche werden E-Autos entwickelt?
Bild: © panthermedia.net / Andy Nowack – Automotoren erzeugen Lärm – Was für Geräusche werden E-Autos entwickelt?

Vor allem Motorsportfans kennen und lieben das Geräusch, wenn ein Kraftvoller Motor voll durchstartet. Der spezielle Sound ist für viele mehr als nur ein unvermeidbarer Nebeneffekt. Andere Menschen wiederum sind eher genervt von dem lauten Gebrüll eines V8 Motors. Ein Elektroauto dagegen zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass es ohne schädliche Abgase unterwegs ist, sondern dazu beinahe geräuschlos.

Motorsound als Erkennungsmerkmal und Warnsignal

Auf den ersten Blick mag dieser Aspekt angenehm und wünschenswert erscheinen, doch die Stille birgt auch gewisse Gefahren. Motorenlärm war bislang immer eine Art Warnsignal für Fußgänger, die rechtzeitig wussten, wenn ein Auto in der Nähe war. Da ein elektrisch betriebenes Fahrzeug kein eigenes Motorengeräusch erzeugt, wird nun kurzerhand ein passender Sound entwickelt. Doch wie soll sich ein Elektroauto anhören? Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst berücksichtigt werden, welche Bedeutung das E-Auto hat. Denn das Fahrgefühl wird maßgeblich von den Geräuschen des Fahrzeugs beeinflusst. Jeder Fahrer eines Hybridautos kennt das signifikant akustische Umfeld, wenn von Elektro- auf Dieselantrieb gewechselt wird. Der akustische Schirm bietet Schutz vor zu vielen störenden Nebengeräuschen. Sollte dieser plötzlich fehlen, kann das für viele Autofahrer irritierend sein. Die Fahrer von Elektrofahrzeugen müssen sich also zwangsläufig umgewöhnen, denn der grüne Klang der Elektrofahrzeuge wird sich deutlich von dem eines Auto mit herkömmlichen Antrieb unterscheiden.

das Fahrgefühl wird maßgeblich von den Geräuschen des Fahrzeugs beeinflusst

Auf der Suche nach dem optimalen Klang für das E-Fahrgefühl

Im Akustiklabor von Volvo soll nun ein Motorgeräusch entstehen, das den Fahrern von Elektrofahrzeugen ein Fahrgefühl vermittelt, das zu dem grünen Antrieb passt und sich trotzdem noch nach Autofahren anhört. Die Forschung wird in einer 2.500 m² großen Kammer betrieben, die modernsten Bedingungen entspricht. Die Betonwände sind mit geräuschabsorbierenden Schaumstoffplatten versehen, die in der Halle eine fast spürbare Stille hervorrufen. Durch die vollkommene Schallisolation der Akustikkammer, können Geräuschentwicklung und -reflexion authentisch simuliert werden – und das für verschiedene Straßenoberflächen und Fahrzeugtypen. Die Suche nach dem richtigen Geräusch für Elektrofahrzeuge dauert wohl noch etwas an und man darf gespannt sein, welcher Sound am besten Umweltbewusstsein verkörpert. Die Annahme, dass die Entscheidung polarisieren könnte, scheint jedenfalls nicht ganz unbegründet.

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