LeaseRad – Mobilitätsmodell mit Zukunft?

Bild: © SVLuma - Fotolia.com - LeaseRad mit einem großen Ziel: Arbeitswege mit dem Bike zurücklegen
Bild: © SVLuma – Fotolia.com – LeaseRad mit einem großen Ziel: Arbeitswege mit dem Bike zurücklegen

Was sich Ulrich Prediger ausgedacht hat, ist eigentlich genial: Mit seiner Firma LeaseRad möchte er Dienstwagen durch Elektrofahrrad-Flotten ablösen lassen. Auf diese Weise kann man für den Weg zur Arbeit und zu Geschäftsterminen dann also das Velo nehmen. Diese Mobilitätsvariante ist deutlich nachhaltiger, gesünder und vor allem preisgünstiger – völlig dem Zeitgeist entsprechend, sollte man meinen.

Erfolg lässt noch auf sich warten

Stattdessen bietet sich in Predigers Auftragsbuch ein eher trauriges Bild. Der große Ansturm, mit dem LeaseRad eigentlich gerechnet hatte, blieb bislang aus. Besonders kleine Unternehmen und eine Reihe Selbstständiger nutzen bislang das Angebot, bestellen aber dementsprechend nur zwei bis drei E-Räder oder Pedelecs. Große Aufträge hingegen sind (noch) nicht die Regel, was recht verwunderlich ist, denn schließlich hat Predigers Modell das Zeug dazu, sich durchzusetzen.

LeaseRad Innovation ohne Steuervorteile

Das Problem lässt sich ziemlich schnell benennen: Vielen Firmen fehlen schlicht und ergreifend die Fördergelder. Das Interesse an LeaseRad ist also grundsätzlich da, scheitert aber in erster Linie daran, dass offenbar die Wenigsten Geld für Fahrräder ausgeben wollen und stattdessen weiterhin teurere Dienstwagen zur Verfügung stellen. Zum Vergleich: Für die knapp 20.000 Euro Kosten, die es braucht, einen Dienstwagen zu leasen, bekäme eine Unternehmen bei LeaseRad ungefähr zehn E-Bikes oder 20 normale Fahrräder. Der große Wermutstropfen: Die Unternehmen erhalten keine Steuerersparnis, da Fahrräder im Gegensatz zu den Dienstwagen nicht subventioniert sind und die Haltungskosten sich somit nicht steuerlich absetzen lassen.

das Auto [genießt] hierzulande einen Status […] , der sich nur langsam[…] ändern [wird]

Unternehmen in einer Phase der Neuorientierung

Vor allem liegt die bislang so geringe Nachfrage aber darin begründet, dass das Auto hierzulande einen Status genießt, der sich nur schwer wird ändern lassen. So wissen die meisten Arbeitgeber natürlich, dass es wirtschaftlicher und umweltfreundlicher wäre, auf Fahrräder umzusatteln. Sie fühlen sich allerdings häufig mit dem durch LeaseRad vermitteltem Image unbehaglich oder unzutreffend repräsentiert. Dennoch lässt sich gleichzeitig die Tendenz erkennen, dass ein gewisser Wertewandel Einzug in die Geschäftswelt hält: Selbst in der Bankenbranche setze ein Umdenken ein und so darf man also optimistisch bleiben, dass in ein paar Jahren das Dienst-Fahrrad vielleicht doch zur Normalität wird.

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