Spitznamen sind nicht nur unter Menschen beliebt, sondern werden von ihnen auch gerne mal an die liebsten Autos weitergegeben. So verhält es sich, dass viele Modelle mittlerweile nur noch in ihrer niedlichen Form bekannt sind.
Bei dem Ausdruck VW oder 1200er zum Beispiel würde man nicht auf die Idee kommen, dass es sich hierbei um den beliebten Käfer oder Beetle handelt. Oberhaupt aller Kosenamen ist allerdings der Tin Lizzy oder auf Deutsch, die Blechliesel, die ursprünglich einmal Ford T genannt wurde. Auf den Erfolg wirkte sich das jedoch keinesfalls negativ aus, wurden in den USA doch 15 Millionen zwischen 1908 und 1927 gebaut. Dann gab es noch den Knudsen-Taunus mit der exotischen Fronthaube, die Badewanne von 1960 bis 1964, den Buckeltaunus, der seinen Namen der buckeligen Heckpartie zu verdanken hat und die Weltkugel. Auch hierbei handelte es sich um einen Taunus- und zwar mit integrierter Weltkugel in der Kühlermaske. Der erste Escort in 1952 wurde aufgrund der Form seines Kühlergrills sogleich in „Hundeknochen“ umgetauft. Auch beim Austin-Healey Sprite Mk I musste man an Tiere denken, zumindest an Teile davon, ein Froschauge.
Himmlisch wurde es bei der Göttin, der Citroen DS 20/21, wobei die Marke aber noch mit mehr Spitznamen beehrt wird. Der Citroen Traction Avant wurde aufgrund seines Frontantriebs und der guten Straßenlage zum beliebten Fluchtauto für Diebe und bekam damit den Ruf der Gangsterlimousine. Als hässliches Entlein- und später zum Glück nur noch Entlein- wurde der 2CV bezeichnet.
Als Knutschkugel wollte man den BMW Isetta mehr oder minder freiwillig umfunktionieren, denn sein Innenraum war so klein gehalten, dass, wollte man zur Seite blicken, ein Kuss für den Beifahrer unausweichlich war. Der Barockengel wurde dann als BMW 501/502, von 1952 bis 1964 produziert, umso größer mit seinen ausladenden Formen.
Thomas Sullivan Magnum IV stellte sich als Namensgeber für den Ferrari 308 GTS heraus und machte ihn damit zum TV-Liebling. Eher niedlich fand man dagegen allerdings den Fiat 126 und bezeichnete ihn liebevoll als Bambino.
Der Mercedes-Benz 300 hat den hübschen Rufnamen Adenauer, da dieser zu seiner Zeit voll und ganz auf das Modell vertraute. Andere Modelle von Mercedes erhielten z.B. für die selbsttragende Karosse, die man Pontonbauweise nennt, Namen wie Ponton, Heckflosse oder Pagode. Mit Einführung des 190er kam dann sogar ein Baby-Benz zur Welt.
Wegen der baumwollverstärkten Außenhaut aus Phenoplast war der Trabant nur noch eine Rennpappe und Volvo hatte unter anderem schon einen Schneewittchensarg und einen Buckelvolvo im Angebot. Doch nicht nur dem Käfer wird das „VW“ gerne unterschlagen. So ging es auch dem Kübel, der bei der Bundeswehr arbeitet, dem Bulli und einem Kleintransporter namens Fridolin. Genauso an Sommerwind erinnernd wie der echte Name und damit gar nicht so abwegig, ist das Erdbeerkörbchen. So wurde das Golf Cabrio genannt.
Schade, dass es von diesen hübschen Namen heute kaum noch welche gibt.