Der Autoclub Europa bemängelt, dass auf den linken Fahrspuren von Autobahnbaustellen besonders viele Unfälle passieren, weil sie zu eng sind. Deshalb will er die Spuren auf drei Meter verbreitern. Das NRW-Verkehrministerium befürchtet allerdings, dass die Umsetzung dieser Idee weniger Fahrspuren und mehr Staus zur Folge hätte. Aber nicht nur Autofahrer würden dadurch geschützt werden, sondern auch die Beschäftigten im Straßenbau.
Im vergangenen Jahr ereigneten sich an deutschen Autobahnbaustellen 1237 Unfälle, bei denen 18 Menschen getötet wurden. Für diese Unfälle machen der ACE und der ADAC die nur 2,60 Meter breiten Fahrstreifen verantwortlich. Jetzt fordern sie eine gesetzliche Richtlinie zur Verbreiterung der Spur auf mindestens drei Meter. Dann erst würden nicht mehr so viele Unfälle passieren. Generell ist es Fahrzeugen, die breiter als 2,10 Meter sind, nicht erlaubt, die Überholspur an Baustellen zu benutzen. Das haben das Landesverkehrsministerium, die Straßenverkehrsbetriebe und die Polizei im Februar diesen Jahres festgelegt. Mit dieser Gesetzesänderung ist Nordrhein-Westfalen vielen anderen Bundesländern voraus. Autofahrer sollten an Baustellen am besten gar nicht überholen.
Das Landesverkehrsministerium hält die Forderung des ACE allerdings für übertrieben und die Umsetzung für unrealistisch. Da die Breite und der Platz auf Autobahnen begrenzt seien, würde das die Situation eher noch verschlechtern als verbessern. Eine provisorische Befestigung des Banketts sei zu kostspielig und nicht überall machbar. Dass aber inzwischen 67% aller Neuwagenmodelle breiter als zwei Meter sind, hat der ADAC bei einer Überprüfung von 280 Autos jetzt ermittelt. Selbst vermeintlich schmale Modelle wie der Renault Clio seien zu breit. Deshalb rät der Auto-Club jetzt Fahrern, sich über die Breite ihres Wagens zu informieren, weil ansonsten ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro droht. Es kann sogar der Kasko-Schutz eingeschränkt werden.