
Nach anfänglicher Skepsis der US-Amerikaner schießen nun die Verkaufszahlen von Elektroautos rasant in die Höhe. Den Absatz Deutscher Stromer hat die USA längst überholt.
Elektrolimousine mit Durchhaltevermögen
Volkswagen-Chef Martin Winterkorn gibt dem Elektroauto noch immer keine Chance. Leider käme ein Elektroauto nicht weiter als 150 Kilomenter, behauptet er. Das Argument gegen die Stromer ist schlichtweg falsch. Erfinder Elon Musk hat mit seinem Model S bereits die 400-Kilometer-Marke geknackt. Seit einigen Monaten ist die Elektrolimousine von Tesla auf dem US-Markt und überzeugt Kunden durch Kraft und Volumen. In 5,6 Sekunden ist der Wagen von 0 auf 100 km/h und zeigt damit selbst einem Porsche Panamera rote Lichter. Ohne Verbrennungsmotor bleibt hinten sowie vorne Platz für Stauraum. Kein Wunder, dass in den USA der Wagen reißenden Absatz findet.
Sternstunden für Stromer auf dem US-Markt
Auch der Chevrolet Volt bringt nach anfänglichen Schwierigkeiten ordentliche Verkaufszahlen zustande. Während das Testfahrzeug von General Motors letztes Jahr noch in Flammen aufging – damit erntete die Elektro-Szene gehörig Spott – macht die Anzahl der verkauften Volts in den letzten Monaten weite Sprünge nach vorn. Neben den hiesigen Marken können sich auch Ausländer wie Renault und Toyota mit ihren Elektroautos auf dem US-Automarkt behaupten. Nur deutsche Stromer sucht man unter den 7000 abgesetzten Fahrzeuge im Oktober vergebens.
Deutschland hat Nachholbedarf in Sachen Elektroauto
Das einzige deutsche Serienmodell mit Elektromotor ist Daimlers E-Smart. Erst für das kommende Jahr hat Volkswagen die ersten Elektromodelle E-Up und E-Golf geplant. BMW bringt ebenfalls 2013 zwei E-Autos an den Start. Die in Leipzig gefertigten Modelle i3 und i8 der Münchener sind ultraleichte Fahrzeuge aus Karbon. Ob davon der Elektromarkt in den USA zu beeindrucken ist, bleibt zu bezweifeln. Dort soll bereits die Weiterentwicklung des Volts von General Motors auf den Markt kommen.
Mit dem technologischen Rückstand hat sich die deutsche Autoindustrie vor der Markteinführung der Stromer gedrückt. Das war bequem und sparte Kosten. Doch nun gilt es aufzuholen, damit die deutsche Autoindustrie nicht gänzlich den Anschluss in Sachen Elektromobilität verliert.