Ein gutes halbes Jahr nach der furchtbaren Katastrophe in Japan zieht der Auto-Bauer Toyota nun erste Konsequenzen aus den Ereignissen und will seine Zulieferer-Kette stärken. Nach schweren Erdbeben hatte ein zehn Meter hoher Tsunami die Japanische Küste erreicht und dabei auch ein großes Atomkraft-Werk zerstört. Viele Menschen starben, Radioaktivität gelangte ins Meer und auf’s umliegende Land. Durch die Katastrophe musste der Auto-Hersteller seine Produktion unterbrechen, da viele Teile von externen Zulieferern fehlten und eigene Fabriken zerstört wurden.
Im Falle einer erneuten Naturkatastrophe möchte Toyota künftig keine Produktionsausfälle mehr riskieren. Die Konzernleitung hat deswegen einen Drei-Punkte-Plan ausgearbeitet. Künftig wird der Auto-Gigant mehr Teile von verschiedenen Herstellern auch außerhalb Japans erhalten und seine Zulieferer dazu auffordern, an unterschiedlichen Standorten zu produzieren. So müsste Toyota nicht seine gesamte Produktion einstellen, wenn ein Zulieferer nicht mehr nachkommt. Der dritte Punkt betrifft den Ausbau des eigenen Lagers, damit es jederzeit genügend Ersatzteile in Reserve gibt. Damit wenden sich die Japaner gegen den üblichen Trend in der Branche, der „Just-in-Time-Produktion“, bei der die benötigten Teile zwecks Kostenersparnis genau zum Zeitpunkt der Weiterverarbeitung ankommen sollten. Auch andere japanische Auto-Hersteller setzen verstärkt auf eine dezentrale und globale Organisation ihrer Zulieferer, um im Fall der Fälle keine Produktionsausfälle mehr hinnehmen und auf Zulieferer warten zu müssen.
Derweil kehrt bei Toyota langsam Normalität ein – viel schneller als zunächst gefürchtet. Seit diesem September laufen die Bänder in allen Werken wieder wie früher sechs Tage in der Woche, bis zum Ende des Geschäftsjahres im März 2012 will der Konzern seine verlorene Produktion wieder komplett aufgeholt haben. Mit neuen Absatzrekorden müssen sich die Japaner hingegen noch zurückhalten, im Kampf um die Nummer eins der Autohersteller sind sie aber wieder kräftig dabei.