
Winterreifen sind mittlerweile Standart – eine Umfrage unter 1.800 Autofahrern von Europas größer Automobil-Internet-Community motor-talk.de ergab, dass 94 Prozent aller Befragten im Winter auf Winterbereifung umrüsten. Innerhalb der gesamten deutschen Bevölkerung wird von Umrüst-Quoten von 88 Prozent ausgegangen.
Doch wirklich informiert fühlen sich nur wenige Autofahrer: Knapp die Hälfte der Befragten beantwortete die Frage, ob sie sich ausreichend informiert fühlten, mit “nein” oder “einigermaßen”. 77 Prozent der Teilnehmer der Umfrage beantworteten Fragen zur gesetzlichen Pflicht der Winterreifen-Kennzeichnung falsch, nur 23 Prozent wussten, dass derzeit die sogenannte M+S-Kennung ausreicht. Das bedeutet aber nicht komplette Wintertauglichkeit: Dafür bedarf es noch dem Schneeflocken-Symbol auf dem Reifen.
Etwas besser kamen die Befragten beim Thema Mindest-Profiltiefe der Winterreifen zurecht: Dort wussten 74 Prozent, dass ein zugelassener Winterreifen mindestens 1,6 Millimeter tief sein muss. Auch hier gilt: Die gesetzliche Pflicht wird damit erfüllt, aber zum Rund-um Schutz vor Eis und Schnee reichen solche Reifen noch lange nicht: Mindestens vier Millimeter Tiefe werden für winterfeste Reifen empfohlen.
Viele der Befragten unterschätzen auch, wie gefährlich herkömmliche Reifen bei Schnee und Glätte sind: 38 Prozent glaubten, dass Winterreifen den Bremsweg auf Schnee um lediglich 20 bis 30 Prozent verkürzten – richtig sind mehr als 40 Prozent weniger Bremsweg, was immerhin noch 62 Prozent der Autofahrer angaben. Bei Tempo 50 liegen die tatsächlichen Unterschiede beim Bremsen bis zum Stillstand sogar bei stolzen 100 Prozent. Nur 24 Prozent der Befragten hielten es für nötig, echte Winterreifen und nicht nur solche mit einem M+S-Emblem anzubringen. Dabei betrifft diese Kennzeichnung, wie bereits oben erklärt, keinerlei Aspekte von Wintersicherheit, sondern beschreibt lediglich die Gestaltung des Profils. Nachholbedarf bezüglich Winterreifen besteht also quer durch die Bank in ganz Deutschland.