Auf den ersten Blick erscheint das Carhsaring Projekt Car2Go eine tolle Sache zu sein. Das Unternehmen Daimler, welches das Projekt ins Leben gerufen hat, wirbt jedenfalls sehr offensiv mit der angeblichen Umweltfreundlichkeit und der Möglichkeit, auf’s eigene Auto komplett verzichten zu können.
Wie funktioniert’s? In Hamburg, in dem neben dem texanischen Austin und der Stadt Ulm mittlerweile ein drittes Carsharing-Projekt anläuft, kann man überall auf dem Stadtgebiet einen freien blau-weißen Smart mit dem „Car2Go“-Logo auswählen und losfahren. 29 Cent pro gelaufene Minute kostet der Fahrspaß, eingerechnet sind sämtliche Kosten von Sprit über Versicherung oder möglichen Parktickets. Der Clou des Projekts im Hamburger Stadtgebiet liegt nämlich darin, dass man den Smart überall abstellen kann, sogar an kostenpflichtigen Parkplätzen und nicht einmal das Parkticket bezahlen muss, das übernimmt Car2Go. Hat man jedoch nach einer möglicherweise abenteuerlichen Suche, die dann entstehen kann, wenn man nicht als hippe Smartphone-User die entsprechende App zum Auffinden der Fahrzeuge besitzt, die trotz zum Teil wirklich hoher Fahrzeugdichte auch damit verbunden sein kann, sich mit einem anderen potentiellen CarSharing-Nutzer um das entsprechende Auto zu streiten, nun einen Smart für sich ergattert, so kann sich bei dichtem Verkehr, wie er ja durchaus Großstädten wie Hamburg zu eigen ist, der auf dem ersten Blick niedrige Preis von 29 Cent pro Minute mit dem Festpreis von 14,90 pro Stunde plus gefahrenen Kilometern durchaus summieren. Das kann sogar soweit gehen, dass in der Kalkulation auf einem Monat als Nutzfahrzeug für den Weg zur Arbeit im Vergleich zu den monatlichen Kosten mit einem eigenen Smart -ausgenommen den Wertverlust – Mehrkosten von circa 130 Euro gegenüber dem eigenen Wagen entstehen können.
Hinzu kommt die Tatsache, dass durch das CarSharing-Projekt dem Klimaschutz nicht wirklich geholfen wird. Denn auch wenn der Gemeinschaftsgedanke, dass sich alle Benzin und Kosten teilen, einer schöner ist, so ändert er nichts daran, dass auch ein Smart nun einmal CO2 in die Umwelt emittiert. – Egal, wie er nun genutzt wird. Wem also wirklich der Umweltschutz und die Schonung der Atmosphäre beim Transfer von A nach B am Herzen liegt, der muss sich wohl oder übel mit Bahn oder Bus fahren weitere begnügen. Oder zwecks noch besserer persönlicher CO2-Bilanz auf’s Fahrrad umsteigen. Car-Sharing ist so unter dem Strich eigentlich nur eine Sache für angesagte Metropolisten, die den neusten Trends folgen wollen und sich einen grünen Anstrich verpassen möchten. Und vielleicht noch bei der Benutzung ihres Smartphones auf ihre Kosten kommen wollen, um den tatsächlichen Wert und Nutzen vor dem eigenen Gewissen ein wenig zu rechtfertigen.