
Nicht nur die Automobilindustrie scheint momentan einem entscheidenden Wandel unterworfen zu sein. Die grundsätzliche Einstellung der Menschen gegenüber ihrer persönlichen Mobilität, bzw. dem Bedürfnis, sich flexibel auf verschiedene Lebensumstände einstellen zu können, nimmt neue Konturen an.
Nachhaltigkeit gegen Krisen
In den Zeiten von länderübergreifenden Finanzkrisen, die alle möglichen Branchen und Kulturkreise erfassen, mischen sich Ängste um die eigene Zukunft mit einer Entwicklung hin zu pragmatischen Überlegungen wie Vernetzung und ökonomischem Denken. Menschen stehen miteinander in ständigem Kontakt und wollen sich schnell und effizient bewegen. Nicht umsonst erreichen den Automarkt beinahe täglich immer neue Meldungen von den zahlreichen Herstellern der Branche, die neue oder bereits existierende Fahrzeuge mit nachhaltigen Antriebsmöglichkeiten ausrüsten.
Renaissance von Moped und Roller
Doch nicht nur diverse Hybrid-Modelle drängen auf die KFZ-Märkte, Autobauer beschäftigen sich zunehmend mit der Möglichkeit, zweirädrige Mobilität wieder attraktiver zu gestalten. Was insbesondere in den 50er-60er Jahren für alle Schichten bequem und sogar hochmodern war, ist immer mehr aus dem Fokus der mobilen Bevölkerung geraten, jedenfalls hierzulande. Roller und Mopeds galten hauptsächlich in der Übergangsphase vom Fußgänger zum Autofahrer als interessante Alternative, also für eine Altersgruppe von 15 bis 18 Jahren. Sobald allerdings der Autoführerschein in greifbare Nähe rückte, war das motorisierte Zweirad schnell wieder out.
“Autobauer beschäftigen sich zunehmend mit der Möglichkeit, zweirädrige Mobilität wieder attraktiver zu gestalten”
Zweirad mit “E”
Nun aber entdecken Hersteller wie BMW plötzlich den Roller wieder oder wenden sich Zwitterformen aus Fahrrad und Moped zu, den sogenannten E-Bikes oder E-Pedelecs. Selbst in Vergessenheit geratene Zweirad-Ikonen wie Kreidler sorgen mit neuen Modellen Schlagzeilen. Insbesondere für Ballungszentren machen alternative Mobilitätsformen, die zudem ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Überlegungen berücksichtigen, immer größeren Sinn.
Trend “Carsharing”
In die gleiche Kerbe schlagen die Anbieter von urbanem Carsharing. Hier erschließen zur Zeit die smart-Flotte von Car2Go und das von BMW/Mini und Sixt getragene Projekt DriveNow die großstädtischen Märkte für sich. Gerade in Zeiten von Großbaustellen und S-Bahn-Ausfällen entpuppen sich die kleinen Flitzer, die per App buchbar sind, als Heilsbringer und veritabler Taxi-Konkurrent. Auch in diesem Bereich zeigt sich wieder: Mobilität wird immer mehr zu einer eigenständigen Ware, die immer flexibler abzurufen wird.
Energiewende entscheidend
Momentan wird viel ausprobiert und getestet, was setzt sich durch, was bleibt auf der Strecke? Fest steht nur, sollte die angekündigte und inzwischen wieder angezweifelte Energiewende wirklich kommen, werden sich Verkehr und das mobile Verhalten der Menschen darauf einstellen müssen. Die mittlerweile aus den Schlagzeilen geratenen Umweltzonen könnten dann eine ganz neue Bedeutung erlangen.
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